(be) SONDERBAR.


"Halten Sie sich für krank?"



Vor ca. 3 Jahren beschloss ich, dass es an der Zeit war, mein "Schicksal" selbst in die Hand zunehmen und etwas zu tun. Ich durchforstete das Internet, ging zu meinem Hausarzt, las viele Dinge, um die "Krankheit" besser zu verstehen. Und irgendwie half es mir.

Eine Therapie?

Ich rief bei vielen Psychotherapeuten an und erst in diesem Moment wurde mir bewusst, wie wenig Hilfe es für psychisch kranke Menschen in diesem Land gibt. Die Wartelisten sind lang. Sehr sehr lang. Und ich wäre nicht verwundert, wenn der ein oder andere mit ähnlichen Problemen bereits an diesem Punkt aufgeben würde. Aber ich suchte weiter und gelang irgendwann an Frau L. Wir trafen uns zum Erstgespräch. Ich überlegte nicht lang, sondern trat diesen Schritt, der mir so wichtig erschien, einfach an.

Ich beantwortete Fragen. Füllte Bögen aus. Bekam Informationsmaterial. Und in mir stieg die Hoffnung, dass endlich jemand herausfinden würde was eigentlich mit mir los war. Meine Krankenkasse bewilligte die Therapie, ich bekam meine Termine und es war an der Zeit loszulegen.

Ein Mal im Monat war ich bei Frau L. zur Verhaltenstherapie. Mit jedem Gespräch wuchs mein Verständnis für diese "Krankheit". Mir wurde klarer, warum das alles passierte und ich lernte wie ich damit besser umgehen konnte. Jedes einzelne dieser Gespräche war anstrengend, kraftraubend.

Schon beim zweiten Gespräch kamen mir Tränen, die sich kaum trocknen liessen. Sie war da und wir versuchten zusammen zu ergründen woher diese tiefe Trauer in mir kam. Ich litt schon immer unter Verlustängsten, hatte nur ein geringes Selbstvertrauen, baute mein Leben auf wenige Pfeiler, die wackelten.

Ich nahm jeden einzelnen Termin wahr. Selbst an Tagen, an denen ich im Grunde nichts zu sagen hatte, ging ich zu ihr. Sie gab mir Tipps, stellte mich vor Herausforderungen. Wenn ich jetzt auf diese Zeit zurückblicke, dann frage ich mich warum ich das Gelernte nicht beibehalten konnte? Warum ich wieder so tief dort drin stecke und warum mich der Gedanke, dass ich doch bloß eine Heilung möchte, nicht mehr loslässt.Ich weiß, dass es keine Heilung gibt. Und dennoch wünsche ich mir sie so so sehr.

.Amy
9.12.16 22:54
 
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